Authors

Andreas Filser

Sebastian Schnettler

Published

January 15, 2018

Abstract

Eine unausgewogene Geschlechterzusammensetzung – also ein Überschuss von Personen männlichen bzw. weiblichen Geschlechts – in einer Bevölkerung kann durch Geschlechterdifferenzierung der Fertilitäts-, Mortalitäts- und Migrationsvorgänge entstehen. Die familiensoziologische, demografische und evolutionsbiologische Forschung hat zahlreiche Indizien für verschiedene gesellschaftliche Konsequenzen einer unausgewogenen Geschlechterzusammensetzung zusammengetragen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Thema Aggression und Gewalt, allerdings mit diametralen Vorhersagen: manche Beiträge konstatieren einen positiven, andere einen negativen Zusammenhang. Die empirische Evidenz beruht bisher vornehmlich auf historischen Indizien sowie gemischten Forschungsergebnissen in kontemporären Gesellschaften. Vor dem Hintergrund dieser theoretischen wie empirischen Widersprüchlichkeit des Forschungsstandes zielt dieser Beitrag darauf ab, die vermuteten Kausalmechanismen differenziert herauszuarbeiten und Hinweise für die empirische Überprüfung dieser Mechanismen anzubieten.

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